Mann und Frau und nochmals Mann und Frau

KOOPERATION ZWISCHEN MANN UND FRAU

Eine über die gesamte Entwicklungsgeschichte der Menschheit andauernde Kooperation ist jene von Mann und Frau – mit der damit verbundenen Arbeitsteiligkeit. Der Mann sorgte vermittels der Jagd für Nahrung und schützte Leib und Leben der Familie und der Gemeinschaft gegen Feinde und Raubtiere.

Erst mit der industriellen Revolution nahm die Notwendigkeit, die Aufgabenverteilung nach physischen Kriterien vorzunehmen, ab. Die problematische „Nebenwirkung“ im Rahmen dieser Arbeitsteiligkeit war und ist, dass aufgrund der früher einmal wichtigen körperlichen Kräfteunterschiede und damit Überlegenheit des Mannes Benachteiligungen und Schlechterstellungen für die Frau einhergegangen sind, die bis heute gelten.
Die Wirtschafts- und Gewinngläubigkeit der letzten beiden Jahrhunderte haben dazu geführt, dass die Gesamtbeiträge von Mann und Frau sehr unfair und ungleich bewertet sowie abgegolten werden. Mutterschaft wird durch die Brille der Ökonomie als Kostenfaktor, statt als entgeltwerte Leistung verbucht. Gäbe es jedoch keine Mütter mehr, dann bräuchten wir uns nicht mehr mit Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Mobilität im 21. Jhdt., Bevölkerungswachstum und Energieversorgung zu beschäftigen, weil es in ca. 100 Jahren unsere Spezies nicht mehr geben würde. Das in der nach wie vor männlich dominierten Gesellschaft tradierte Verhalten Frauen und Müttern gegenüber erklärt das Thema Doppelbelastung nach wie vor zum Frauenthema. Hätte es nicht so fatale Folgen und würde es nicht dem natürlichen Wunsch von Frauen, Kinder zu bekommen, so zuwiderlaufen, müsste man Frauen dazu einladen, einmal 2 Generationen lang geschlossen keine Kinder zu bekommen, um die Gesamtzusammenhänge zu verdeutlichen. Vielleicht entstünde dann ein Weg, die Leistungen der Mutterschaft verdientermaßen mit einem angemessenen monatlichen Entgelt aus den Steuereinnahmen und Sozialabgaben zu vergüten und diese Tätigkeit beim Erwerb von Pensionsanspruchszeiten miteinzubeziehen. Mit meinen geistigen Ohren kann ich neben wahrscheinlicher Zustimmung von Seiten der Frauen auch schon die Entrüstung hören, die mancherorts durch diese Forderung sofort aufbraust: „Wer soll das bezahlen!“, „Das bedeutet noch mehr Steuern und Abgaben!“ Sicher steht auch der Vorwurf bei Fuß, dass dem Sozialmissbrauch durch arbeitsscheues Gesindel und ebensolche Migranten damit noch mehr Tür und Tor geöffnet wären. Das alles wären selbstverständlich noch zu klärende Fragen. Aber bitte erst, nachdem die Vorteile der überfälligen Leistung der Mutterschaft entsprechend anerkannt und auch finanziell abgegolten sind.

WARUM ES FRAUEN SO SCHWER HABEN, IN MÄNNLICH DOMINIERTEN BEREICHEN FUSS ZU FASSEN

Auch hier liegt der Grund weit zurück in der Epoche der Säbelzahntiger. Einerseits waren Männer gewohnt, die Führung und das Sagen (in der Familie) innezuhaben. Andererseits wurde Kooperation unter Männern immer wichtiger, sei es, um erfolgreich zu jagen oder, um gemeinsam Feinde erfolgreich abwehren zu können. Diese beiden unterschiedlichen Funktionen führten direkt in ein Dilemma und potentiell zu Konflikten, die den gemeinsamen Erfolg gefährdeten. Ein Konflikt brach aus, wenn Männer ihren Konkurrenzkampf um Sexualpartnerinnen offen und direkt innerhalb der Gruppen austrugen, in der sie gleichzeitig auf Kooperation für das Überleben angewiesen waren. Frauen wurden damit entwicklungsgeschichtlich eine potentielle Bedrohung kooperativer Männerbünde. Um sich davor zu schützen, entstanden die reinen Männergruppen und –organisationen.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn eine Frau in einer rein männlichen Vorstandsetage Mitglied werden soll oder wird, ändern sich die informellen Spielregeln unter den Männern dramatisch. Unter sich herrschte Übereinstimmung darüber, welche Witze als gelungen galten und an den Ritualen der Verbindlichkeit wie etwa gut gemeinsam Essen, Alkoholgenuss, Zigarrenrauchen oder gemeinsam Golf spielen nahmen alle teil. Während bisher gemeinsame Sache gegen potentielle Bedrohungen von außen gemacht wurde und die informellen Regeln des Miteinanders längst geklärt waren, änderte der Eintritt einer Frau in die bisherige Männerrunde die Interessen und Ziele gleichermaßen entscheidend wie auch gefährlich für den Erfolg nach außen. Folgte die Klärung dieser Rangordnung bisher nach typisch männlichen Kriterien, bringt eine Frau neue Kriterien für Qualität mit, mit denen Männer wenig umgehen können und denen sie wahrscheinlich weniger entsprechen. War bisher die Rangordnungsfrage unter den Männern geklärt, könnte eine Frau diese auf den Kopf stellen, wenn sie ihre Gunst eher denen zukommen lässt, die rangniedriger sind. Der Konkurrenzkampf um die Gunst der Frau ist eröffnet, und für die Aussicht auf individuellen Erfolg wird bisher Gültiges leicht auf dem Altar der Eitelkeiten geopfert. Der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Frau hat häufig gar nicht zum Ziel, sie final in die eigene Höhle zu schleppen. Es geht um subtile Zeichen des Gewinnens in Form von ein wenig mehr Aufmerksamkeit, einem etwas länger anhaltenden Lächeln, darum, als erster gefragt oder von ihr informiert zu werden. Wen bittet sie bei Bedarf um etwas, wen weist sie zurück, über wen spricht sie wie wertschätzend, bewundernd oder auch kritisch?

Ein anderer Aspekt ist, dass Alpha-Männer einen besonders ausgeprägten Führungsanspruch haben und sich schwer damit tun, diesen loszulassen. Die Aussicht, dass eine Frau einem diesen ersten Platz streitig machen könnte ist dann unerträglich und wird mit allen Mitteln bekämpft. Übrigens wird jeder andere männliche Konkurrent, der gefährlich sein könnte, mit genau derselben Intensität bekämpft.

OPTIONEN EINER FRAU

Findet sich eine Frau in einer oa. Situation wieder, wird es weder ihre Akzeptanz in der Männerbastion erhöhen, wenn sie sich als Neutrum präsentiert, noch, wenn sie offensiv ihre weiblichen Stärken ins Spiel bringt. Auch wird es kaum von Erfolg gekrönt sein, wenn sie versucht, der bessere Mann zu sein.
Hilfreich kann sein, die vorhandene emotionale Intelligenz zu nutzen, um einmal eine Zeit lang zu beobachten und herauszufinden, nach welchen Regeln gespielt wird, ohne sofort daran etwas ändern zu wollen. Abhängig von den gewonnen Erkenntnissen kann dann eine Strategie entwickelt werden, diesem männlichen Eroberungsimpuls möglichst wenig Nahrung zu liefern oder durch Unberechenbarkeit zu vermeiden, dass sich einer der Männer als Sieger fühlen kann. Darüber hinaus kann das Ermöglichen von kurzfristigen Einzelerfolgen auf Seiten der Männer dazu genutzt werden, die eigene gute Position zu finden, zu stärken und zu sichern. Was alle Frauen sehr gut wissen, ist, dass Männer empfänglich sind, wenn an ihren Beschützer- oder Helferinstinkt appelliert wird.
Eine bewährte Methode, die Energie von abwertenden oder diskriminierenden verbalen Attacken elegant auf den Absender zurückzulenken sind Kommentare wie etwa: „Interessant, dass Sie das so sehen. Woran machen Sie das fest? Welche Beispiele können Sie dazu anführen?“

Zuletzt nach an die Herrn der Schöpfung: Auch ich verliere nicht gerne, schon gar nicht gegen eine Frau und der Supergau ist, wenn es die eigene Frau ist. Dass meine Frau mir beim Halbmarathon 2 Sekunden abgenommen hat, hat in meinem männlichen Stolz eine Wunde hinterlassen, die wohl nie ganz verheilen wird…

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